
Hochzeitsbräuche haben meist eine sehr lange Tradition und es gibt sie in fast allen Teilen und Kulturen der Welt – von kurios bis heiter. Was bedeuten diese Bräuche und wieso feiert man sie? Findet heraus, ob eine Tradition dabei ist, die zu euch und eurer Hochzeit passt!
Hochzeitsbräuche feiert man aus verschiedenen Gründen: einerseits sind es wie gesagt Traditionen, die unsere Gesellschaft wahren möchte, andererseits haben sie auch eine tiefere Bedeutung: Oftmals knüpfen diese Traditionen eine innere Verbindung zwischen dem Brautpaar und symbolisieren die neue, gemeinsame Identität. Natürlich sollen bestimmte Bräuche auch Glück und Wohlstand bringen – und ganz nebenbei ist es meist ein Riesenspaß für die ganze Hochzeitsgesellschaft, dem Brautpaar bei dem Bewerkstelligen der Aufgaben zuzuschauen. Für uns, Hochzeitsfotografen ist es immer ein interessantes Fotothema.
Bräuche vor der Hochzeit:
Die Entführung der Braut
Dieser Brauch stellt den Bräutigam auf die Probe: Freunde „entführen“ die Braut, der Mann muss sie wiederfinden und retten. Traditionelle bringen die Entführer Madame in ein Gasthaus und sorgen für feuchtfröhliche Stimmung, bevor es in die nächste Lokalität geht. Wenn der Bräutigam ankommt, darf er stets die Zeche zahlen… und findet er die Braut, muss er eine Aufgabe lösen, damit sie freikommt. Dieser Brauch findet oft auch am Hochzeitstag selbst statt – dann bringt die Hochzeitsgesellschaft die Braut in ein naheliegendes, öffentliches Gebäude und der Bräutigam kann seine Angetraute retten, indem er eine Aufgabe erfüllt: Ein Liedchen trällern, Staubsaugen für die nächsten Wochen oder ein Lobregen ins Mikrofon sprechen muss eine ganze Minute lang, um den Hochzeitsgästen zu erzählen warum die neue Schwiegermutter, die beste der Welt ist… der Kreativität der Entführer sind keine Grenzen gesetzt.
Sparsamkeit per Brautschuh
Dieser schon sehr alte Brauch gehört heute zur witzigeren Sorte und klingt für die Frauen bestimmt etwas unlogisch: Er verbindet die Elemente „Sparsamkeit“ und „Schuhe“ miteinander. Die Braut bezahlt ihre Brautschuhe ganz in Rappen (Cents) ab. Das soll die Sparsamkeit der Braut symbolisieren. Und wer trägt den Geldsack? So viele Rappen sind ganz schön schwer.
Am Hochzeitstag
Reisregen
Einer der bekanntesten Bräuche ist das werfen von Reis: Sobald das frisch getraute Hochzeitspaar die Kirche oder das Standesamt verlässt, darf die Hochzeitsgesellschaft Spalier stehen und Reiskörner werfen. Reis symbolisiert beispielsweise in Asien generell Glück und Fruchtbarkeit. Soll der Reisregen auch bei uns für eine fruchtbare und kinderreiche Ehe sorgen. Das das ganze wunderbare Hochzeitsfotos ergibt, ist eh klar! Heutzutage kommen auch Konfetti, Seifenblasen oder in bestimmten Gesellschaften kleine Bonbons zum Einsatz, häufig aus Gründen der Solidarität: Aus Rücksicht auf Menschen, die nicht mit Lebensmitteln um sich werfen können, bleibt es öfters bei Seifenblasen welche die Gäste in den Himmel steigen.
Blumenkinder
So ein schöner Brauch, und so süß: Festlich gekleidete Kinder, die Blumen ausstreuen. Meist gehen die Kinder vorab der Braut und streuen den Weg zum Altar für sie mit Blumen aus. Der Brauch bringt wieder Segen und Glück. Dieser Brauch geht bis auf die Heiden zurück. Der Blumenduft sollte die Fruchtbarkeitsgöttin anlocken und betören, damit sie dem frischverheirateten Ehepaar viele Kinder schenkt.
Holzstammsägen
Dieser Brauch stammt aus Süddeutschland. Oft wartet die Hochzeitsgesellschaft dem Brautpaar vor der Kirche oder dem Standesamt mit einem Holzbalken auf. Gemeinsam muss dan Braut und Bräutigam den Stamm mit einer Schrottsäge durchsägen und so beweisen, dass sie zusammenhalten und auch zusammenarbeiten können. Gemeinsames Streben nach Kooperation? Warum nicht.
Das Tor ins gemeinsame Leben
Die Hochzeitsgäste stellen eine Art Portal bereit, das die Vermählten gemeinsam Durchschneiden müssen. Oft trägt der Bräutigam die Braut durch das Tor hindurch. Es kann aus verschiedenen Materialien angefertigt sein, zum Beispiel aus Textilien, Holz, mit Blumen dekoriert, oder auch nur symbolisch angedeutet. Eine andere Version des Brauchs ist, dass der Bräutigam seine Braut packen und gemeinsam mit ihr über ein Hindernis springen muss.
Den Brautstrauß werfen
Lustig, sehr beliebt und durchaus bekannt: Alle ledigen (manchmal auch nur die vergebenen) Frauen, Brautjungfern und Mädels reihen sich hinter der Braut auf, und diese wirft den Strauß über ihre Schultern.. Die Dame, die das Blumengebinde fängt, ist laut dem Brauch als nächste mit dem Heiraten dran. Da die meisten Frauen den Brautstrauß fangen gerne möchten, ist es ein unterhaltsamer Anblick für die ganze Hochzeitsgesellschaft, und natürlich entstehen wieder spektakuläre Fotos, wenn sich die künftigen Bräute um die Blumen rangeln.
Fremdländische Bräuche
Die meisten der oben genannten Bräuche sind sehr bekannt bei uns in der Schweiz und im deutschsprachigem Raum. Aber wie sieht es in ein paar anderen Kulturen aus? Weltweit verbreitet ist das tragen der Braut über die Türschwelle des gemeinsamen Hauses. Das bedeutet den glücklichen Start in den neuen Lebensabschnitt und beweist, das die Braut zukünftig Schutz in den Armen des Liebsten findet.

Aus England:
Something borrowed, something blue…
Eine englische Sitte, die sich bei uns etabliert hat: „Something old, something new, something borrowed, something blue and a silver six-pence in your shoe“ lautet ein alter englischer Hochzeitsvers. All diese Dinge soll die Braut am Hochzeitstag mit sich tragen, und jeder gewählte Gegenstand hat eine tiefere Bedeutung. Beispielsweise ein Erb-Schmuckstück, also „etwas altes“ – symbolisiert das Leben vor der Heirat, während „etwas neues“meist das Brautkleid selbst – das neue Leben darstellt. Es steht für Glück und Wohlstand. Der geborgte Gegenstand – meist steuert eine glückliche verheiratete Verwandte etwas bei – soll dafür sorgen, dass das Glück der verheirateten auf die Braut übergeht. Am bekanntesten ist natürlich das „etwas blaue“ …Strumpfband. Was allerdings wenige wissen ist das es Treu und die Reinheit der Braut symbolisiert. Die Münze im Schuh steht für den finanziellen Wohlstand des neuen Ehepaars.
Dänemark
In Dänemark geht es lustig zu: wenn die Braut zum Beispiel losgeht, um sich die Nase zu pudern, dürfen die anwesenden Frauen den Bräutigam küssen, bis die Herzensdame wieder zurück ist. Während der Feier dürfen Freunde und Verwandte das Brautpaar also küssen – jedoch nur den einen Partner, während der andere den Raum verlässt.
Malaysia
In Malaysia und den Philippinen ist es Tradition, der Braut währed des gesamten Hochzeitstanzes mit Wäscheklammern Geldscheine ans Kleid zu heften. Natürlich dürfen alle Gäste sehr großzügig sein, damit das junge Glück einen Wohlhabenden Start ins Eheleben hat.
Frankreich
Unsere französischen Nachbarn versteigern während der Feier das Strumpfband. Dafür muss die Braut ihren Rock ganz langsam immer höher anheben und für jeden Zentimeter bietet die Hochzeitsgesellschaft mehr und mehr Geld. Sobald man das Strumpfband sehen kann, darf derjenige Gast, der am meisten geboten hat, bezahlen.
Habt ihr Bräuche, die ihr teilen möchtet? Schreibt uns ein Kommentar!

