
Heiraten: Standesamt, Kirche oder freie Trauung – was passt zu euch?
Aus unserer Erfahrung, also aus der Sicht des Hochzeitsfotografen, sind diejenigen Hochzeiten am schönsten, die voll und ganz die Persönlichkeit des Brautpaares widerspiegeln. Das gilt nicht nur für Brautkleid, Location und Torte, sondern auch für die Trauzeremonie. Worin bestehen genau die Unterschiede der Trauformen und haben die sogar Einfluss darauf, ob eure Ehe offiziell gültig ist?
Die Quintessenz jeder Hochzeit ist, dass zwei Menschen offiziell beschließen, von nun an gemeinsam durchs Leben zu gehen. Deshalb ist die Trauungszeremonie der eigentliche Kern des Hochzeitstages. Ihr habt mehrere Möglichkeiten, wie ihr euch das Ja-Wort geben könnt und daher sind Gedanken während der Hochzeitsplanung, um die Zeremonie durchaus sinnvoll. Wir haben zusammengestellt, was euch bei den verschiedenen Trauformen erwartet.
Hochoffiziell: Die Feier auf dem Standesamt
Wir beginnen den Blogbeitrag nicht gerade romantisch, aber um die Bürokratie und den galoppierenden Amtsschimmel kommt ihr beim Heiraten nicht herum – zumindest, wenn ihr eine offiziell anerkannte Ehe haben wollt. Das Standesamt ist in diesem Fall die wirkende Gewalt und verbindet offiziell zwei Menschen vor dem Gesetz – und damit kommen Rechte und Pflichten.
Good to know: Die Ziviltrauung ist Voraussetzung für die kirchliche Hochzeit!
Falls ihr euch bis anhin gedacht habt, dass die Standesamtliche Hochzeit ein Zuckerschleck ist, der so nebenbei noch erledigt werden sollte, dann haben wir jetzt allenfalls maue Nachrichten für euch: Die Standesamtliche Hochzeit ist ein ordentlicher Behördengang und muss dementsprechend vorbereitet werden.
Bei der Trauung auf dem Standesamt:
- benötigt ihr zwei Trauzeugen, welche die Heiratsurkunde unterschreiben
- sind spezielle Wunschdaten (17.7.17 ….) und Samstage sehr begehrt, bucht daher frühzeitig euren Wunschtermin.
- ihr könnt oft mit dem Beamten besprechen, wie ihr die Trauung persönlicher gestalten wollt.
Falls ihr eine kleine Hochzeit plant und die Ziviltrauung eure einzige Feier ist, dann könnt ihr diese „freier“ gestalten, als es auf dem städtischen Amt vorgegeben ist. Besucht dafür die Webseite www.ziviltrauung.ch – dort sind die schönsten Zivilämter aus der ganzen Schweiz vermerkt.
Nimmt auf jeden Fall einen Hochzeitsfotografen mit egal wie kurz die Zeremonie ist, jedoch besprecht dies mit dem Beamten, weil nicht jeder hat es gern fotografiert zu werden, die Entscheidung liegt bei der Person. Aber ein professioneller Fotograf kann trotzdem, locker tolle Erinnerungen erfassen ohne den Trauredner erkennbar darzustellen.
Den ersten Behördengang solltet ihr aber dennoch im lokalen Zivilstandesamt erledigen – dort werden die Dokumente zur Eheschließung beantragt.
Diese Unterlagen braucht ihr dafür:
- Eine beglaubigte Abschrift des Geburtenbuchleins
- Aufenthaltsbescheinigung des Einwohnermeldeamtes
- Ausweis oder Pass
- Ggf. der Nachweis der Staatsangehörigkeit
Alles klar? Dann plant doch schon mal den netten Apéro nach der Zeremonie.

Kirchliche Hochzeit: Das Ja vor Gott
Schön das heutzutage immer mehr Paare Gott in ihre Ehe und Traufeier einladen und sich auch den Segen der Kirche oder der Gemeinde geben lassen. Das finden wir schön – als Hochzeitsfotografen, nicht nur weil die ganze Stimmung im Familienkreis mitreißend ist sondern auch weil alle Kirchen, Bergkapellen oder gar Kathedralen tolle Locations für uns sind: Majestätische Gewölbe, reiche Verzierungen, biblische Motive, manchmal im Kontrast zur weißen Unschuld der Braut…. jaja, lasst uns jetzt nicht abschweifen.
Voraussetzung ist, dass ihr bereits vor dem Gesetz verheiratet seid, bevor ihr in der Kirche heiratet. Eine weitere Grundlage ist, dass zumindest ein Partner Mitglied in einer reformierten oder katholischen Kirche ist. Heiraten könnt ihr in der Kirche eurer Heimatgemeinde, oder auch am Ort eurer Wahl. Falls ihr euch dazu beschließt, nehmt zügig Kontakt mit dem dortigen Pfarrer auf, damit ihr sichergehen könnt, wie dort eine Trauung genau vorgeht. Besprecht eure Wünsche und teilt sie der Pfarrerin oder dem Pfarrer auch mit damit die zuständige Person euch gut kennenlernen und so die passende Rede, Gebete und Lieder zusammenstellen kann.
Noch individueller könnt ihr die kirchliche Trauung gestalten wenn ihr:
- Die Heirat aktiv mit gestaltet;
- einen Gospelchor einladet
- persönliche Trauversprechen aufsagt
In einigen Ländern ist es auch nötig, vor der Trauung, eine gewisse Anzahl von Gottesdiensten zu besuchen, oder mindestens drei Gespräche mit dem Pfarrer zu führen. Diese Fragen solltet ihr ebenfalls klären.

Die freie Trauung: Jenseits von Kirche und Standesamt
Wie sieht eine Hochzeit in deinem Traum aus? Auf der Pferderanch, ländlich im Heu, modern im Industrieloft, oder nach amerikanischem Vorbild ein Ritual unter freiem Himmel: Viele Paare wählen die freie Zeremonie weil sie ihren Moment der Trauung aktiv mitgestalten wollen. Oder weil die ersten beiden Formen das Paar aus irgendwelchem Grund zu sehr eingeschränkt haben. Die freie Trauung soll feierlicher, spektakulärer, oder im Gegenteil: natürlicher, intimer oder lockerer werden? Alles möglich, denn die freie Trauung ist eine Dienstleistung wie jede andere auch. Und die bezahlt ihr – ihr seid die Chefs und habt großen Gestaltungsfreiraum. Es gibt mittlerweile ganz hervorragende Trauredner in der Schweiz. Für die meisten Menschen ist es am wichtigsten, sich im Kreis der Familie und der Freunde ganz persönlich und frei das Ja-Wort zu versprechen: Der Ablauf einer freien Trauung ist an keine Vorschrift gebunden und richtet sich einzig nach den Wünschen des Brautpaars. Wer euch dabei Traut ist ganz unterschiedlich. Das könne freie Dienstleister – also Hochzeitsredner – sein, oder auch freie Theologen. Die kommen vor allem in Frage, wenn ihr euch vor Gott das das Ja-Wort geben, das aber nicht in einer Kirche tun wollt. Auch bei dieser Trauform ist die Vorbereitungszeit ein ganz wichtiger Faktor. Viele freie Redner sind gut ausgebucht und wir empfehlen deshalb, euch frühzeitig einen passenden, professionellen Trauenden zu kümmern.
Merkt euch in diesem Fall: Die freie Trauung ist rechtlich nicht anerkannt, wenn eure Ehe gültig sein soll, dann könnt ihr gleich zurück zu Punkt eins.
Hoffentlich konnten wir euch mit diesem Artikel ein paare weitere Informationen über die verschiedenen Traumöglichkeiten geben. Liebe Paare, wie wollt ihr euch am liebsten trauen? Habt ihr schon Vorstellungen davon, wie eure Zeremonie werden soll? Wir freuen uns über eure Kommentare!

